Das Elbsandsteingebirge ist ein grenzüberschreitender Naturraum im Südosten Deutschlands und dem Norden Tschechiens. Die grüne Grenze teilt das Naturwunder in die beiden Tourismusregionen Sächsische Schweiz und Böhmische Schweiz. Unter dem Dach der Europäischen Union wachsen die beiden Teile mit ihren beiden Nationalparks wieder zusammen. Seit dem 5. Juli verkehrt im Grenzgebiet die Nationalparkbahn Sächsisch-Böhmische Schweiz.
Die neue Linie tangiert den Nationalpark Sächsische Schweiz und den Nationalpark Böhmische Schweiz und überquert zwei Mal die deutsch-tschechische Grenze. Sie verbindet die Städte Rumburk (Rumburg), Sebnitz, Bad Schandau und Decín (Tetschen). Dafür wurde die 1945 stillgelegte und teilweise demontierte Gleisverbindung zwischen der Stadt Sebnitz und dem benachbarten Dolní Poustevna (Niedereinsiedel) auf tschechischer Seite wiederhergestellt.
Jeder der 28 Haltepunkte ist ein guter Ausgangspunkt für Streifzüge durch die Wildnis. Traditionell spielt sich das touristische Leben im Elbsandsteingebirge überwiegend entlang der Elbe ab. Die Nationalparkbahn bringt nun auch Orte abseits der Hauptrouten ins Spiel.
Von Goßdorf-Kohlmühle zum Beispiel kann man entlang einer ehemaligen Schmalspurbahnstrecke zur Burgstadt Hohnstein wandern und unterwegs einen Ausblick vom Felsplateau Brand, dem „Balkon der Sächsischen Schweiz“, genießen. Sebnitz – bekannt für die große Tradition des Seidenblumenhandwerks und Austragungsort des Deutschen Wandertages 2016 – empfiehlt sich für Erkundungen der Hinteren Sächsischen Schweiz und der abwechslungsreichen Landschaft an der Grenze zum Lausitzer Bergland. Und das böhmische Rumburk offenbart ein Stück vergessene Geschichte: Mit seinem Kapuzinerkloster aus dem 17. Jahrhundert und der dort befindlichen Lorettokapelle war es einst ein bedeutender Wallfahrtsort. Daran erinnert heute noch das sehenswerte sakralarchitektonische Erbe der Stadt.
Die neue Linie mit klimatisierten und barrierefreien Wagen wird von der Tschechischen Bahn Ceské dráhy gemeinsam mit der DB Regio AG betrieben. Geplant sind täglich acht Fahrten im Zweistundentakt.
Elbsandsteingebirge: Mit der Nationalparkbahn ins Wanderparadies

Mit der neuen Nationalparkbahn durch das Elbsandsteingebirge (Foto: Michael Bader)
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