Dreitausender für alle
Die einzigartige Lage von Livigno auf 1.816 Metern Seehöhe macht das abgeschiedene Hochtal in den Lombardischen Alpen zum idealen Ausgangspunkt für eine Bergtour auf einen der zehn leicht erreichbaren Dreitausender - ideal für Wanderer, aber auch für ambitionierte Trailrunner, die diese magische Höhengrenze zum ersten Mal überschreiten wollen.
Für viele Bergwanderer ist die 3.000er Marke die „Schallmauer“ dessen, was sie leisten können. Aber: Dreitausender ist nicht gleich Dreitausender. Nicht jeder Berg in dieser Höhe erfordert Top-Kondition, Klettererfahrung oder die Überquerung eines Gletschers. Das Hochtal von Livigno in den Lombardischen Alpen nahe der Schweizer Grenze ist der ideale Ausgangspunkt für ambitionierte Bergwanderer, die zum ersten Mal Dreitausenderluft schnuppern wollen. „Livigno befindet sich auf 1.816 Metern und ist umgeben von beinahe 20 Gipfeln, die die 3.000 Meter-Marke übertreffen. Die relative geringe Höhendifferenz zwischen Ausgangspunkt im Tal und dem Gipfel macht Livigno zum idealen Ziel für 3.000er-Sammler,“ sagt Emanuele Tizzoni, leitender Bergführer in Livigno. Pickel, Steigeisen, Klettergurt und Seil dürfen dabei getrost zuhause bleiben – was diese Gipfel auch für sportliche Trailrunner attraktiv macht.
Wandern auf den Spuren von Schmugglern und Säumern
Einst waren es Bauern, Hirten oder Schmuggler, die Livigno auf ihrem Weg in die Schweiz oder nach Süditalien durchquerten. Auch die Säumer waren hier unterwegs: Sie waren für den Transport von wichtigen Handelsgütern wie Salz, Wein oder edlem Stoff zuständig und reisten mit einem Lasttier. Die Pfade und Wege, die sie seit der Gründungszeit Livignos vor rund 1.000 Jahren schufen, dienen heute den Wanderern. Beeindruckende 3.200 Kilometer Wanderwegenetz sind hier zusammengekommen - bestens ausgeschildert, markiert und mit Wegnummern versehen, um die eigene Auffindbarkeit im Notfall zu erleichtern.
Aussichtsterrasse Livigno-Alpen
Monte Vago, Monte Breva, Pizzo Filone - so heißt eine Auswahl der schönsten Dreitausender in Livigno. Der Monte Vago (3.059 m), von den Einheimischen „Al Vach“ genannt, ist in rund zwei Stunden nach problemloser Kletterei im Gipfelbereich erreicht und bietet einen herrlichen Ausblick auf die Berninagruppe in der Schweiz mit ihren vergletscherten Gipfeln Piz Bernina (einziger Viertausender der Ostalpen) und dem berühmten Piz Palü. Rund drei Stunden dauert der Aufstieg auf den 3.104 Meter hohen „Grenzberg“ Monte Breva (Piz la Stretta) zwischen der Lombardei und Graubünden. Er belohnt die Wanderer mit einem fantastischen Rundblick über die Berninagruppe, die Ortlergruppe bis hin zum Nationalpark Stilfserjoch.
Der Pizzo Filone (3.133 m), ein markanter, pyramidenförmiger Einzelberg, wird am besten von der Westseite her angegangen. Ein markierter Wanderweg ohne nennenswerte Schwierigkeiten führt in rund zweieinhalb Stunden auf den Gipfel. Übrigens: Den „Gipfeltrubel“, den man von manch anderem Aussichtsberg kennt, sucht man hier vergebens. Stattdessen erwarten den Wanderer weite Landschaften, beeindruckende Aus- und Tiefblicke und viel Ruhe.
Besonderer Tipp: Einkehr in den einzigartigen „Baitels“
Für eine gemütliche Rast bieten sich die kleinen „Baitels" rund um Livigno an. Zwischen 2.000 und knapp 3.000 Metern Höhe verteilen sich die kleinen Selbstversorgerhütten auf beiden Seiten des Livigno-Tals. Was früher Hirtenunterkünfte waren, sind heute einladende kleine Behausungen, die im Sommer für Wanderer, Bergsteiger oder Mountainbiker, im Winter für Skitourengeher oder Schneeschuhwanderer durchgehend geöffnet sind. Einige Hütten verfügen sogar über eine eigene Quelle, einen Grillplatz, einen Ofen mit Brennholz, Geschirr, Rotwein und fast immer eine Flasche des lokalen Schnapses Taneda. Wer etwas Zeit mitbringt, kann sich hier eine ordentliche Portion Pasta kochen und die Seele baumeln lassen. Die Baitels werden von einem ehrenamtlichen Verein aus Livigno geführt.
Mit Bus und Bike ans Ziel kommen
Drei verschiedene Buslinien decken das gesamte Gebiet des Oberen Veltlins ab, das aus Livigno und fünf weiteren Gemeinden besteht. Die Busse sind innerhalb von Livigno kostenlos und bringen die Wanderer bequem zum Ausgangspunkt der Wanderung und wieder zurück. Auf Vorbestellung können auch Fahrräder mitgenommen werden. Bike & Hike Tipp: Mit dem Mountainbike oder E-Bike lassen sich viele Touren in und um Livigno abkürzen oder direkt vom Hotel aus starten. Verschiedene Shops und Stationen bieten den tageweisen Verleih an, weitere Infos unter www.livigno.eu.
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